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Nachweismethoden für Schimmelpilze im Innenraum

(Laufzeit: 01.07.2001 – 30.09.2003)

Um die Belastung von Innenräumen mit Schimmelpilzen richtig beurteilen zu können, ist es wichtig, Menge und Art der vorhandenen Schimmelpilze korrekt zu bestimmen. Nur so sind zuverlässige Aussagen über eventuelle Gesundheitsgefährdungen und notwendige Sanierungsmaßnahmen möglich.

Bisher werden in der Praxis unterschiedliche Methoden zur Bestimmung von Schimmelpilzen in der Luft, im Material und im Hausstaub angewendet. Da das Ergebnis der Bestimmung sehr stark von der Art der Probennahme und -aufarbeitung abhängt, können verschiedene Laboratorien bei gleicher Schimmelpilzbelastung zu unterschiedlichen Analysenergebnissen kommen. Erst durch die Anwendung standardisierter Untersuchungsmethoden sind die Ergebnisse der Laboratorien vergleichbar. Sanierungsempfehlungen hängen damit weniger von der Untersuchungsmethode des Labors ab, sondern von der tatsächlichen Schimmelpilzbelastung.

Ziel des Forschungsprojekts „Standardisierung von Nachweismethoden für Schimmelpilze im Innenraum zur Vorbereitung von bundesweiten Ringversuchen“ war es, einheitliche Methoden zur Bestimmung der Schimmelpilzbelastung in Innenräumen zu etablieren. Dazu wurden die verschiedenen Verfahren zur Probennahme und zur Bestimmung von Schimmelpilzen in der Luft und im Hausstaub miteinander verglichen, validiert und auf ihre Eignung für die Praxis überprüft.

Ergebnisse: Schimmelpilze in der Luft

Die wichtigste Methode zum Aufspüren einer Schimmelpilzquelle im Innenraum ist die Untersuchung der Innenraumluft im Vergleich zur Außenluft. Finden sich im Innenraum mehr oder andere Schimmelpilze als in der Außenluft, so ist dies ein Hinweis auf eine Schimmelpilzquelle. Es wurden verschiedene Verfahren zur Luftprobennahme und zum Nachweis von Schimmelpilzen in der Innenraumluft und Außenluft sowie mögliche Einflussfaktoren (zum Beispiel Temperatur und Luftfeuchtigkeit) untersucht, um die Möglichkeiten und Grenzen der Verfahren aufzuzeigen.

Ergebnisse: Schimmelpilze im Hausstaub

Ergänzend zur Untersuchung der Innenraumluft werden häufig Hausstaubproben untersucht. Im Vergleich zu kurzzeitigen Luftproben dient der Hausstaub als „Langzeitmessung“, denn in ihm sammeln sich die Schimmelpilzsporen über längere Zeit an. Die Studie weist auf vielfältige Fehlerquellen bei der Untersuchung von Hausstaubproben hin und gibt Hinweise für eine möglichst repräsentative Probennahme. Beispielsweise ist bei der Auswahl der Probennahmeflächen zu beachten, dass die Konzentrationen und die Arten der Schimmelpilzsporen von Stelle zu Stelle variieren können. So sind etwa auf Laufwegen eines Teppichs von außen eingetragene Sporen zu finden. Ein Verfahren zur standardisierten Probennahme und Probenweiterverarbeitung wird ausführlich beschrieben.

Mit den Ergebnissen aus dem Forschungsprojekt wurde die Basis für die Standardisierung von Nachweismethoden für Schimmelpilze im Innenraum geschaffen. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für die Erstellung von Richtlinien zur Messung von mikrobiologischen Verunreinigungen der Innenraumluft.

Ringversuche zu innenraumrelevanten Schimmelpilzen

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse führt das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg im Auftrag des Umweltbundesamtes Ringversuche „Innenraumrelevante Schimmelpilze“ durch. Bis November 2005 wurden in halbjährlichem Abstand acht Ringversuche durchgeführt, an denen sich insgesamt 150 nationale und internationale Laboratorien beteiligten. Für eine erfolgreiche Teilnahme hat das Labor vier von sechs Reinkulturen innenraumrelevanter Pilze nach Gattung und Art richtig zu bestimmen. Die zusätzliche Bearbeitung realer Luft- und Hausstaubproben wird auf freiwilliger Basis angeboten. Bei erfolgreicher Teilnahme erhält das Labor ein Zertifikat, das ihm den Nachweis seiner Qualifikation erlaubt.

Die Auswertung der bisherigen Ringversuche zeigt deutlich, dass mehrfach an den Ringversuchen teilnehmende Labore deutlich bessere Ergebnisse erzielten. Ringversuche sind daher ein gutes Mittel, um die Qualität der umweltanalytisch tätigen Labore zu erhöhen. Sie zeigen auch den bestehenden Fortbildungsbedarf, besonders für die korrekte Bestimmung der Arten bestimmter Schimmelpilzgattungen.

Die Durchführung der Ringversuche soll in Zukunft weiter internationalisiert und die Weiterbildungs- und Informationsmöglichkeiten sollen ausgebaut werden.

Die Untersuchungsergebnisse des Forschungsprojekts „Standardisierung von Nachweismethoden für Schimmelpilze im Innenraum zur Vorbereitung von bundesweiten Ringversuchen“ sind im Bundesgesundheitsblatt, Band 48, Nr.1 (2005), S. 3-11 und 21-28 veröffentlicht.

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