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Gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels
Nicht-übertragbare Krankheiten

Aktinischer Wirkungskomplex
UV-Strahlung

Sonnenbrand © William Veder / www.pixelio.de 236709 Sonnenbrille: valentine © fotoizm / / www.flickr.com 2764704367 Himmel: Wolkenperspektive 03 © Wolfgang Dirscherl / www.pixelio.de 661001

 

UV-A/UV-B-Strahlung © Bundesamt für Strahlenschutz, Publikation „Sonne und UV“     UV-Strahlung

Die wichtigste natürliche Quelle der ultravioletten Strahlung (UV-Strahlung) ist die Sonne. Intensität und spektrale Verteilung der UV-Strahlung, die die Erde erreicht, ist u. a. abhängig von der Ozonkonzentration in der Stratosphäre und Troposphäre sowie von in der Luft schwebenden flüssigen und festen Partikeln (Aerosole). Auch die Bewölkung spielt hier eine wichtige Rolle (1). Durch Ozon, Aerosole und Wolken wird UV-Strahlung absorbiert und gestreut. Eine Quelle künstlicher UV-Strahlung, die für die Wirkung auf die menschliche Gesundheit nicht unterschätzt werden darf, sind Solarien.

Natürliche wie künstliche UV-Strahlung kann sofort (akute) und auf lange Sicht hin (chronische) auftretende gravierende gesundheitliche Folgen haben. Akute Schädigungen an den Augen zeigen sich unter anderem in Form von Bindehaut- und Hornhautentzündungen; bei der Haut sind dies Sonnenbrand, Sonnenallergien, phototoxische und photosensibilisierende Reaktionen.

Katarakt: Aniridia and cataract © Clare Gilbert. International Centre for Eye Health / www.flickr.com 8411402430

Trübung der Augenlinse (Katarakt), entsteht u.a.
durch zu intensive UV-Einstrahlung

 

Melanom: Melanoma © National Cancer Institute / www.commons.wikimedia.org

Malignes Melanom, der “schwarze Hautkrebs“
genannte bösartige Hauttumor-Typ
In Bezug auf chronische Schädigungen des Auges ist übermäßige UV-Bestrahlung einer der auslösenden Faktoren für den „Grauen Star“ (Katarakt). UV-Strahlung wird auch mit Netzhautveränderungen und der Makuladegeneration in Zusammenhang gebracht. Bei der Haut kann übermäßige UV-Bestrahlung langfristig zu vorzeitiger Hautalterung und im schlimmsten Fall zu Hautkrebs führen.

Hautkrebserkrankungen können im Fall der Bildung von Metastasen (Plattenepithelzellkarzinom, malignes Melanom) zum Tode führen. Das so genannte UV-Lebenszeitkonto, das die im Leben kumulierte Sonnenexposition eines Menschen beschreibt, sowie der Hauttyp, sich wiederholende, plötzliche starke UV-Belastungen und Sonnenbrände in jedem Alter sind Risikofaktoren für Hautkrebs (2). Das Erkrankungsrisiko ist dabei umso höher, je heller die Haut einer Person ist und je häufiger sie sich im Freien ohne ausreichenden Sonnenschutz aufhält.

Die einzig bekannte positive biologische Wirkung von UV-Strahlung ist der Anstoß der Bildung des körpereigenen Vitamin D durch UV-B-Strahlung. Diese positive Wirkung der UV-Strahlung lässt sich von April bis September an sonnigen Tagen in relativ kurzer Zeit erreichen. Wichtig dabei ist, einen Sonnenbrand unbedingt zu vermeiden.

Bereits eingetretene Auswirkungen

Die Anzahl der Neuerkrankungen an Hautkrebs hat in Deutschland in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen. Sie verdoppelt sich alle 10 bis 15 Jahre. Die Hauptursache der seit den 1970er-Jahren steigenden Hautkrebsneuerkrankungen ist in einem veränderten Freizeitverhalten großer Teile der Bevölkerung zu sehen, die sich an warmen Tagen häufiger und länger im Freien aufhalten, vermehrt Urlaubsreisen in sonnenreiche Regionen unternehmen und Solarien nutzen (4 u. 5).

Zu erwartende Auswirkungen

Der Klimawandel kann dazu führen, dass die Anzahl wolkenloser Tage in den Sommermonaten zunimmt. Dies und die erwarteten steigenden Jahresdurchschnittstemperaturen könnten dazu führen, dass sich Menschen häufiger und länger im Freien aufhalten und dadurch ihr UV-Lebenszeitkonto „füllen“. Die Folge könnte eine steigende Hautkrebs-Inzidenzrate sein (3).

(Anpassungs-) Maßnahmen

Ausgewählte Websites

Ausgewählte Dokumente

Auswahl passender RKI-/UBA-Handlungsfelder und Ziele

Handlungsfeld 1:
Aufbau eines integrierten Gesundheits- und Umweltmonitoringsystems

 

Handlungsfeld 2:
Klimawandelbezogene Gesundheitsforschung –
2.2 Gesundheitliche Auswirkungen von UV-Strahlung

Ziel: Gesundheits- und Umweltmonitoring zusammenführen

 

Ziel: Wirkungsforschung intensivieren

 

 

Ziel: bestehende Maßnahmen weiterentwickeln und evaluieren

 

 

Ziel: Studien zum Wissen und Verhalten durchführen

 

Handlungsfeld 3:
Prävention und Risikokommunikation

 

Handlungsfeld 5:
Aus-, Fort- und Weiterbildung

Ziel: Evaluierung bestehender Maßnahmen durchführen und verstetigen

 

Ziel: Schulausbildung verbessern

Ziel: Kommunikation von Frühwarnungen weiter entwickeln

 

Ziel: Kenntnisse der Gesundheits- und Sozialberufe verbessern

Ziel: Zielgruppenspezifische thematische Aufklärung

 

Ziel: Ärztliche Aus- und Weiterbildung verstärken

 

 

Ziel: Durch berufliche Weiter- und Fortbildung aufklären

Hierbei handelt es sich um eine Auswahl von Handlungsfeldern und Zielen, die zu dieser Thematik passen. Für eine vollständige Übersicht über die vom Umweltbundesamt und Robert Koch-Institut identifizierten Handlungsfelder lesen Sie unser Arbeitsdokument "Klimawandel und Gesundheit" oder suchen Sie in unserer Erhebungsübersicht die bisher erhobenen Aktivitäten und Maßnahmen zu UV-Strahlung im Kontext von Klimawandel und Gesundheit.

 

 

Literaturnachweise:

1 Feister, Uwe: Klimawandel und strahlungsbedingte (aktinische) Wirkungen. In: Lozán, José L.; Graßl, Hartmut; et. al.: Warnsignal Klima: Gesundheitsrisiken. Gefahren für Pflanzen, Tiere und Menschen. Hamburg 2008.

2 Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs, Langversion 1.0, 2014, AWMF Registernummer: 032/052OL

3 Eis, Dieter; Helm, Dieter; Laußmann, Detlef; Stark, Klaus: Klimawandel und Gesundheit – Ein Sachstandsbericht. Robert Koch-Institut, Berlin 2010.

4 Kohlhuber, M.; Burckhardt, F.; et. al.: Klimaveränderung in Bayern. Gesundheitliche Folgen und Perspektiven. Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Erlangen 2006.

5 Boniol, Mathieu; Autier, Philippe; Boyle, Peter; Gandini, Sara: Cutaneous melanoma attributable to sunbed use: systematic review and meta-analysis. BMJ 2012;345:e4757 doi: 10.1136/bmj.e4757 (Published 24 July 2012)

Bildquellenangaben (in der Erscheinungsreihenfolge):

Sonnenbrand © William Veder / www.pixelio.de 236709
Sonnenbrille: valentine © fotoizm / / www.flickr.com 2764704367
UV-A/UV-B-Strahlung © Bundesamt für Strahlenschutz, Publikation „Sonne und UV
Katarakt: Aniridia and cataract © Clare Gilbert. International Centre for Eye Health / www.flickr.com 8411402430
Melanom: Melanoma © National Cancer Institute / www.commons.wikimedia.org

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