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Gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels
Übertragbare Krankheiten

Durch Lebensmittel und Wasser übertragene Infektionskrankheiten

Cyanobakterien: Michael Meiters / www.flickr.com Mettbrötchen: Björn Koblow / www.flickr.com Wasserflasche: Lupo / www.pixelio.de 681848

 

Eier: Justus Blümer / www.flickr.com 6045563994     Lebensmittel und Wasser

Menschen können sich nicht nur durch den Kontakt mit Vektoren und Reservoirtieren mit Krankheitserregern infizieren, auch Oberflächenwasser, Trinkwasser und Nahrungsmittel stellen bedeutsame Übertragungswege von Infektionserregern dar. Infektionen durch verunreinigtes Oberflächen- und Trinkwasser können Hautinfektionen und Magen-Darm-Erkrankungen zur Folge haben.

Salmonellen: Salmonella typhimurium invading cultured human cells © Microbe World / www.flickr.com 5807837573
Sekundärelektronenmikroskop-Aufnahme
von Salmonellen (rot eingefärbt)
Ein klimawandelbedingter Anstieg der Temperaturen könnte saisonal zu einer schnelleren Vermehrung von Bakterien und anderen Pathogenen führen und sich auch auf die Haltbarkeit von Lebensmitteln auswirken. Besonders anfällig sind Lebensmittel aus Rindfleisch, Geflügel, Milch oder Eiern. Neben den Darmbakterien Escherichia coli (E. coli) sind Bakterien der Gattungen Salmonella und Campylobacter die häufigsten Auslöser von meldepflichtigen (Lebensmittel-) Infektionen in Deutschland (1,2). Krankheitssymptome sind unter anderem Fieber, Durchfall, Erbrechen und Bauchkrämpfe.

Bereits eingetretene Auswirkungen

Im Jahr 2007 überschritt die Anzahl der an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Campylobacter-Infektionen deutlich die Zahlen der Vorjahre. Nach Einschätzung des RKI ist die Inzidenzrate der Infektion u. a. von der Temperatur und den klimatischen Gegebenheiten abhängig (3). Saisonal häufen sich die Infektionen im Zeitraum von Juni bis September und sind seit 2007 fast unverändert hoch geblieben (>60.000 gemeldete Fälle pro Jahr) (4).

Campylobacter: Campylobacter bacteria © Microbe World / www.flickr.com 6055673653
Rasterelektronenmikroskop-Aufnahme
von Campylobacter-Bakterien
Wie gefährlich Lebensmittelerkrankungen im Extremfall für den Menschen sein können, zeigen die EHEC-Infektionen (Enterohämorrhagische Escherichia coli) des Jahres 2011. Bei EHEC handelt es sich um einen pathogenen Bakterienstamm von E. coli. Insgesamt wurden 855 Erkrankungen am Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS) und 2.987 Fälle von akuter Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis) an das RKI übermittelt, die einer EHEC-Infektion zugerechnet werden konnten. 53 Menschen sind an der Erkrankung gestorben (HUS: 35 Patienten; Gastroenteritis: 18 Patienten) (5). Der Verzehr von rohen Bockshornkleesamen war damals mit hoher Wahrscheinlichkeit die Infektionsursache (5).

Zu erwartende Auswirkungen

Bei zunehmenden Temperaturen können sich Bakterien und andere Pathogene im Wasser und Lebensmitteln schneller vermehren. Insbesondere Campylobacter-Infektionen nehmen regelmäßig in den Sommermonaten zu. Es ist demnach bei langen Hitzeperioden unter anderem mit einer Zunahme von Magen-Darm-Erkrankungen zu rechnen.

(Anpassungs-) Maßnahmen

Ausgewählte Websites

Ausgewählte Dokumente

Auswahl passender RKI-/UBA-Handlungsfelder und Ziele

Handlungsfeld 1:
Aufbau eines integrierten Gesundheits- und Umweltmonitoringsystems

 

Handlungsfeld 2:
Klimawandelbezogene Gesundheitsforschung -
2.3 Infektionskrankheiten

Ziel: Vektorvermittelte Krankheitserreger,  allergene Pflanzen und gesundheitsgefährdende Tiere beobachten und überwachen

 

Ziel: Surveillance-Aktivitäten zur Erkennung
relevanter Trends und epidemiologische Studien stärken

 

 

Ziel: Langzeitmonitoring von Vektoren etablieren

 

 

Ziel: Nachweisverfahren hoher diagnostischer Qualität entwickeln

   

Ziel: Wirksame Medikamente und Impfstoffe entwickeln und verbessern

 

Handlungsfeld 3:
Prävention und Risikokommunikation

 

Handlungsfeld 4:
Gesundheitliche Versorgung

Ziel: Zielgruppenspezifische thematische Aufklärung

 

Ziel: Bestehende Versorgungsangebote anpassen

 

Handlungsfeld 5:
Aus-, Fort- und Weiterbildung

   

Ziel: Schulausbildung verbessern

   

Ziel: Kenntnisse der Gesundheits- und Sozialberufe verbessern

   

Ziel: Ärztliche Aus- und Weiterbildung verstärken

   

Hierbei handelt es sich um eine Auswahl von Handlungsfeldern und Zielen, die zu dieser Thematik passen. Für eine vollständige Übersicht über die vom Umweltbundesamt und Robert Koch-Institut identifizierten Handlungsfelder lesen Sie unser Arbeitsdokument "Klimawandel und Gesundheit" oder suchen Sie in unserer Erhebungsübersicht die bisher erhobenen Aktivitäten und Maßnahmen zu Infektionen durch Umweltmedien im Kontext von Klimawandel und Gesundheit.

 

 

Literaturnachweise

1 Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte - Campylobacter-Infektionen
2 Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber für Ärzte - Salmonellose (Salmonellen-Gastroenteritis)
3 Robert Koch-Institut: Epidemiologisches Bulletin Nr. 36, Berlin 2007.
4 Robert Koch-Institut: Ergänzung zum Epidemiologischen Bulletin Nr. 50, Berlin 2013.
5 Robert Koch-Institut: Abschlussbericht zum EHEC/HUS-Ausbruch in Deutschland 2011, Berlin 2011.

Bildquellenangaben (in der Erscheinungsreihenfolge):

Cyanobakterien: Michael Meiters / www.flickr.com
Mettbrötchen: Björn Koblow / www.flickr.com
Wasserflasche: Lupo / www.pixelio.de 681848
Eier: Justus Blümer / www.flickr.com 6045563994
Salmonellen: Salmonella typhimurium invading cultured human cells © Microbe World / www.flickr.com 5807837573
Campylobacter: Campylobacter bacteria © Microbe World / www.flickr.com 6055673653

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