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Gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels
Nicht-übertragbare Krankheiten

Lufthygienischer Wirkungskomplex
Pflanzliche Allergene

Birkenwäldchen © Verena N. / www.pixelio.de 64193 Eichen-Prozessionsspinner - Thaumetopoea processionea © Andreas März / www.flickr.com 7357186140 Feinstaub: Energy Factory II © Marcel Oosterwijk / www.flickr.com 3488106653

 

Natürliche Luftbeimengungen

Birkenwäldchen © Verena N. / www.pixelio.de 64193     Pflanzliche Allergene

Ambrosia artemisiifolia opening © Meneerke bloem / commons.wikimedia.org

Nahaufnahme einer Ambrosia-Pflanze;
gut zu sehen ist der charakteristische
rötliche und leicht behaarte Stängel

Aufgrund höherer Durchschnittstemperaturen im Frühjahr bzw. Herbst können sich die Vegetationsperioden bestimmter Pflanzenarten verlängern. Der Pollenflug allergener Pflanzen wie Hasel, Erle und Birke setzt früher ein und Spätblüher haben bei milderer Witterung im Herbst mehr Zeit, ihre Pollen und Samen zu produzieren. Die Pollen der Ambrosia-Pflanze (Ambrosia artemisiifolia), auch beifußblättriges Traubenkraut genannt, gehören zu den stärksten Inhalationsallergenen. Es ist eine Pflanze, die von milderen Herbsttemperaturen profitiert. Gesundheitseffekte können Heuschnupfen, Atemwegsbeschwerden und Kontaktallergien sein. Momentan zeigen etwa 8% bis 17% der Bevölkerung in Deutschland allergische Reaktionen auf Pollen der spätblühenden Ambrosie (1). In der Wissenschaft wird auch ein Einfluss des atmosphärischen CO2-Gehaltes auf die Pollenmenge von Pflanzen diskutiert.

Bereits eingetretene Auswirkungen

Wärme liebende und Trockenheit tolerierende Pflanzenarten werden bei steigenden Lufttemperaturen begünstigt. Allergene Pflanzen blühen heute im Schnitt 10 Tage, Gräser durchschnittlich sechs Tage früher als noch vor 30 Jahren (2). Für die Bevölkerung bedeutet das nicht nur eine längere Expositionsdauer pro Jahr, in der sensibilisierte Menschen mit ihren jeweiligen Allergiesymptomen zu kämpfen haben, sondern wahrscheinlich auch eine Verstärkung der Gesamtpollenexposition, da mehrere allergene Pflanzen über einen längeren Zeitraum zur gleichen Zeit blühen könnten. Im ausgeprägtesten Fall könnten Allergiker zukünftig fast das gesamte Jahr über allergenen Pollen ausgesetzt sein und dadurch kaum noch Erholungsphasen haben.

Obwohl die Ambrosie schon Mitte des 19. Jahrhunderts nach Deutschland eingeschleppt wurde, häufen sich in jüngerer Zeit Hinweise auf eine stärkere Vermehrung und Ausbreitung der Pflanze (3). Die Klimaerwärmung mit ihren steigenden Jahresdurchschnittstemperaturen könnte hierfür ein Grund sein. Größere Ambrosia-Bestände wurden vor allem in Süd- und Ostdeutschland und in einigen großen Städten bekannt.

Zu erwartende Auswirkungen

Bei einem Anstieg der Temperatur um zirka 3 °C bis zum Jahr 2100 im Vergleich zu 1990 erwarten Experten eine Verlängerung der Vegetationsperiode um durchschnittlich 20 Tage (2). Darüber hinaus wird diskutiert, dass ein Anstieg des CO2-Gehaltes in der Luft einen Düngeeffekt auf allergene Pflanzen wie die Ambrosie haben (4) und dazu führen könnte, dass sich die Pflanzen noch schneller ausbreiten. Dadurch würde die insgesamt emittierte Pollenmenge steigen. Generell ist also mit einer stärkeren Belastung für Allergiker zu rechnen.

 

Pollenflugkalender

Mögliche (Anpassungs-) Maßnahmen

Ausgewählte Websites

Ausgewählte Dokumente

Auswahl passender RKI-/UBA-Handlungsfelder und Ziele

Handlungsfeld 1:
Aufbau eines integrierten Gesundheits- und Umweltmonitoringsystems

 

Handlungsfeld 2:
Klimawandelbezogene Gesundheitsforschung -
2.4 Allergien und akute Atemwegserkrankungen

Ziel: Gesundheits- und Umweltmonitoring zusammenführen

 

Ziel: Methoden ausbauen und entwickeln

Ziel: Vektorvermittelte Krankheitserreger,  allergene Pflanzen und gesundheitsgefährdende Tiere beobachten und überwachen

 

Ziel: Epidemiologische Forschung verbessern

Ziel: Erfassung von Indikatoren für klimawandelassoziierte gesundheitliche Studien

 

Ziel: Vorhersage- und Prognosemodelle entwickeln

 

Handlungsfeld 3:
Prävention und Risikokommunikation

 

Handlungsfeld 4:
Gesundheitliche Versorgung

Ziel: Zielgruppenspezifische thematische Aufklärung

 

Ziel: Bestehende Versorgungsangebote anpassen

 

Handlungsfeld 5:
Aus-, Fort- und Weiterbildung

 

Handlungsfeld 6:
Koordination und Kooperation

Ziel: Schulausbildung verbessern

 

Ziel: Kooperationen zwischen Bund und Ländern etablieren

Ziel: Kenntnisse der Gesundheits- und Sozialberufe verbessern

 

Ziel: Vernetzung der Behörden fördern

Ziel: Ärztliche Aus- und Weiterbildung verstärken

 

Ziel: Kooperation auf internationaler Ebene etablieren

Ziel: Durch berufliche Weiter- und Fortbildung aufklären

 

Ziel: Kommunikation und Vernetzung zwischen
beteiligten Akteuren verbessern

Hierbei handelt es sich um eine Auswahl von Handlungsfeldern und Zielen, die zu dieser Thematik passen. Für eine vollständige Übersicht über die vom Umweltbundesamt und Robert Koch-Institut identifizierten Handlungsfelder lesen Sie unser Arbeitsdokument "Klimawandel und Gesundheit" oder suchen Sie in unserer Erhebungsübersicht die bisher erhobenen Aktivitäten und Maßnahmen zu pflanzlichen Allergenen im Kontext von Klimawandel und Gesundheit.

 

 

Literaturnachweise

1 Eis, Dieter; Helm, Dieter (2009): Klimawandel: Ausbreitung von Ambrosien und die damit verbunden Gesundheitsrisiken. In: UMID-Themenheft Klimawandel und Gesundheit (Ausgabe 3/2009).
Gabrio, Thomas; Alberternst, Beate; Böhme, Michael; Kaminski, Uwe; Nawrath, Stefan; Behrendt, Heidrun (2010): Sensibilisierung gegenüber Allergenen von Ambrosia artemisiifolia-Pollen und weiteren Allergenen bei 10-jährigen Kindern und Erwachsenen in Baden-Württemberg. In: Umweltmedizin in Forschung und Praxis, Jg. 15, Nr. 1, S. 15-22. (aufgerufen am 23.06.2014)

2 Robert Koch-Institut; Eis, Dieter; Helm, Dieter; Laußmann, Detlef; Stark, Klaus: Klimawandel und Gesundheit. Ein Sachstandsbericht. Berlin 2010.

3 Julius Kühn Institut: Nationale PRA 1) zu Ambrosia artemisiifolia L. (aufgerufen am 14.03.2014)

4 Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart (2009): Forschungsprogramm Herausforderung Klimawandel. Verbundprojekt Ambrosia-Pollen. Einfluss klimatischer Faktoren und ihrer bisherigen sowie erwarteten Änderung bezüglich der Zunahme von Sensibilisierungen am Beispiel von Ambrosia-Pollen. Abschlussbericht. (aufgerufen am 23.06.2014)

Bildquellenangaben (in der Erscheinungsreihenfolge):

Birken: Birkenwäldchen © Verena N. / www.pixelio.de 64193
EPS mit Blatt: Eichen-Prozessionsspinner - Thaumetopoea processionea © Andreas März / www.flickr.com 7357186140
Feinstaub: Energy Factory II © Marcel Oosterwijk / www.flickr.com 3488106653
Ambrosia: Ambrosia artemisiifolia opening © Meneerke bloem / commons.wikimedia.org

Umwelteinflüsse

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