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Gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels
Nicht-übertragbare Krankheiten

Thermischer Wirkungskomplex
Hitze

Parkbank: Thomas Max Müller / www.pixelio.de 79733 Thermometer: web R K by lichtkunst.73 / www.pixelio.de 657863 Kinder: Helene Souza / www.pixelio.de 658985

 

Digital-Thermometer: +40 © micagoto / www.flickr.com 7662440234     Hitze

Der menschliche Organismus ist in der Lage sich an Extremwetterereignisse anzupassen. Dazu wird abhängig von der Temperatur am Aufenthaltsort eine entsprechende Bekleidung und eine angepasste Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme benötigt (1). Hitze bzw. Hitzewellen können den menschlichen Körper an seine Belastungsgrenze bringen.

Zwischen 2003 und 2009 waren Rumänien, Frankreich und Deutschland von allen EU-Staaten am häufigsten von Extremhitzeereignissen betroffen. Hitzewellen fordern generell deutlich mehr Opfer als Hochwasser, Stürme oder Erdbeben (2). Die gesundheitliche Wirkung von Hitzewellen ist abhängig von der Intensität, der Dauer und dem Zeitpunkt des Auftretens im Jahr (3). Hitzewellen zu einem frühen Zeitpunkt im Jahr sind dramatischer. Die Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit reichen von einer verminderten Leistungsfähigkeit über thermisch bedingte Erkrankungen wie Sonnenstiche, Hitzestress, Ohnmacht, Hitzekrämpfe und Hitzschläge bis hin zum hitzebedingten Tod (1). In der Bevölkerung gibt es vulnerable Gruppen, die besonders bei dem Auftreten von Hitzewellen gefährdet sind. Hierzu zählen ältere Menschen mit stark eingeschränkter Gesundheit, Säuglinge, (Klein-) Kinder und kranke Menschen (4).

Bereits eingetretene Auswirkungen

In den vergangenen 100 Jahren reduzierte sich in den meisten Regionen Europas die Anzahl der Frosttage. Gleichzeitig nahm die Anzahl an Sommertagen mit Temperaturen über 25 °C zu (5). Neben den oben beschriebenen thermisch bedingten Erkrankungen leiden Patienten während Hitzeextremen häufiger an Störungen des Elektrolythaushaltes, akuten Nierenfunktionsstörungen oder Beeinträchtigungen der Atmungsfunktion (4). Städte und städtische Ballungsräume sind schon heute besonders von Hitzewellen betroffen, da dort viele Flächen versiegelt sind, Gebäude Wärme speichern und abstrahlen sowie oftmals Schneisen für eine kühlende Luftzirkulation fehlen. Dadurch ist die Durchschnittstemperatur in Innenstädten auch zumeist höher als im  Umland. Es besteht darüber hinaus eine Wechselwirkung zwischen der Außenlufttemperatur und der Luftschadstoffbelastung (Feinstaub, Ozon). Bei Hitzewellen, wie im Jahr 2003, fallen hohe Lufttemperaturen zumeist mit einer entsprechend hohen Ozon- und Feinstaubbelastung zusammen.

Zu erwartende Auswirkungen

Prognostizierte Zunahme der maximalen Tagestemperatur bis zum Jahr 2100 um bis zu 4 °C

Prognostizierte Zunahme der maximalen
Tagestemperatur bis zum Jahr 2100 um bis zu 4 °C.
Quelle: Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung e. V.
WetterOnline Meteorologische Dienstleistungen GmbH

Das „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) ging 2013 davon aus, dass die globale Durchschnittstemperatur – je nach angenommenem Emissionsszenario – bis zum Jahr 2100 um 1,4 bis 5,8 °C steigen wird (6). Dementsprechend würden die Minimal- und Maximaltemperaturen ansteigen, die Anzahl heißer Tage und Hitzewellen zunehmen sowie Frosttage und Kältewellen abnehmen. Die Auswirkungen auf Deutschland können sich regional sehr unterschiedlich darstellen, mit einer voraussichtlich stärkeren Temperaturzunahme im Süden Deutschlands (7).

Je nach Temperaturanstieg und der Anzahl an Hitzetagen pro Jahr ist mit einer höheren hitzebedingten Mortalitätsrate zu rechnen, insbesondere bei älteren Bevölkerungsgruppen. Erste Schätzungen für Deutschland prognostizieren für die Jahre 2071-2100 einen Anstieg der hitzebedingten Sterberate um jährlich bis zu 8500 zusätzliche Todesfälle im Vergleich zu 2010 (4). Davon sind urbane Lebensräume besonders betroffen. Bei einer Zunahme von Hitze und Hitzewellen ist das gesundheitliche Risiko für die städtische Bevölkerung erhöht.

 (Anpassungs-) Maßnahmen

Ausgewählte Websites

Ausgewählte Dokumente

Auswahl passender RKI-/UBA-Handlungsfelder und Ziele

Handlungsfeld 2:
Klimawandelbezogene Gesundheitsforschung  -
2.1 Morbidität, Mortalität nach Hitzeeinwirkung

 

Handlungsfeld 3:
Prävention und Risikokommunikation

Ziel: Standardmethoden entwickeln

 

Ziel: Evaluierung bestehender Maßnahmen durchführen und verstetigen

Ziel: Epidemiologische Studien durchführen

 

Ziel: Kommunikation von Frühwarnungen weiter entwickeln

Ziel: Regional differenzierte Vulnerabilität untersuchen

 

Ziel: Zielgruppenspezifische thematische Aufklärung

Ziel: Modellentwicklung initiieren

 

 

 

Handlungsfeld 4:
Gesundheitliche Versorgung

 

Handlungsfeld 5:
Aus-, Fort- und Weiterbildung

Ziel: Bestehende Versorgungsangebote anpassen

 

Ziel: Kenntnisse der Gesundheits- und Sozialberufe verbessern

Ziel: vulnerable Gruppen befähigen

 

Ziel: Ärztliche Aus- und Weiterbildung verstärken

Ziel: Evaluation bestehender Maßnahmen
durchführen und verstetigen

 

 

Ziel: Optimale Bedingungen gewährleisten

 

 

Hierbei handelt es sich um eine Auswahl von Handlungsfeldern und Zielen, die zu dieser Thematik passen. Für eine vollständige Übersicht über die vom Umweltbundesamt und Robert Koch-Institut identifizierten Handlungsfelder lesen Sie unser Arbeitsdokument "Klimawandel und Gesundheit" oder suchen Sie in unserer Erhebungsübersicht die bisher erhobenen Aktivitäten und Maßnahmen zu Hitze im Kontext von Klimawandel und Gesundheit.

 

 

Literaturnachweise:

1 Von Wichert, Peter: Hitzewellen und thermophysiologische Effekte bei geschwächten bzw. vorgeschädigten Personen. In: Lozán, José L.; Graßl, Hartmut; et. al.: Warnsignal Klima: Gesundheitsrisiken. Gefahren für Pflanzen, Tiere und Menschen. Hamburg 2008.

2 EEA - Europäische Umweltagentur: Mapping the impacts of natural hazards and technological accidents in Europe. An overview of the last decade. EEA Technical report No 13/2010.Kopenhagen 2010.

3 Breitner, Susanne; Schneider, Alexandra; Peters, Annette: Thermische Belastung, Feinstaub und Ozon – Gesundheitliche Auswirkungen und mögliche Wechselwirkungen. In: Jahn, Heiko J.; Krämer, Alexander; Wörmann Tanja (Hrsg.): Klimawandel und Gesundheit. Internationale, nationale und regionale Herausforderungen und Antworten. Berlin, Heidelberg 2013.

4 Eis, Dieter; Helm, Dieter; Laußmann, Detlef; Stark, Klaus: Klimawandel und Gesundheit - Ein Sachstandsbericht. Robert Koch-Institut. Berlin 2010.

5 Ministerium für Umwelt des Saarlands: SAARLÄNDISCHES KLIMASCHUTZKONZEPT 2008-2013. Klima schützen – die Klimafolgen bewältigen. Saarbrücken 2008.

6 IPCC, 2013: Climate Change 2013: The Physical Science Basis. Contribution of Working Group I to the Fifth Assessment Report of the Intergovern­mental Panel on Climate Change [Stocker, T.F., D. Qin, G.-K. Plattner, M. Tignor, S.K. Allen, J. Boschung, A. Nauels, Y. Xia, V. Bex and P.M. Midgley (eds.)]. Cambridge University Press, Cambridge, United Kingdom and New York, NY, USA, 1535 pp.

7 Stock, Manfred (Hrsg): Klara. Klimawandel – Auswirkungen, Risiken, Anpassung. PIK Report No. 99. Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Potsdam 2005.

Bildquellenangaben (in der Erscheinungsreihenfolge):

Parkbank: Thomas Max Müller / www.pixelio.de 79733
Thermometer: web R K by lichtkunst.73 / www.pixelio.de 657863
Kinder: Helene Souza  / www.pixelio.de 658985
Digital-Thermometer: +40 © micagoto / www.flickr.com 7662440234
Temperaturzunahme bis 2100: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung e. V. , WetterOnline Meteorologische Dienstleistungen GmbH (www.klimafolgenonline.com)

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