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Untersuchung über die Prädikatoren von Krankheitsentstehung und Langzeitverlauf bei ambulanten und stationären Patienten der Umweltmedizin am Fachkrankenhaus Nordfriesland

(Laufzeit: 01.11.2000 – 31.10.2002)

Im Rahmen der vorliegenden Studie wurde ein umweltmedizinisches Patientenregister erstellt, um Hinweise für Risikofaktoren innerhalb eines Kollektivs umweltmedizinischer Patienten für die Entwicklung von Multipler Chemikalienüberempfindlichkeit (MCS) zu gewinnen. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit (APUG) gefördert.

Ziel

Es wurden folgende Projektziele und Instrumente vereinbart:

Ergebnis

Die geplanten Zielsetzungen wurden mit der Studie erreicht. Ein Patientenregister wurde, wie beantragt, erstellt. Ein Vergleich der Gruppen mit und ohne MCS ergab u.a. Hinweise für die Hypothesen, dass

Eine Verlaufsuntersuchung wurde - bei Datenerhebung von 198 Neupatienten - bei 98 Patienten nach 6 Monate und bei 56 Patienten nach 12 Monaten durchgeführt. Bei der Zwischenauswertung vom Februar 2002 stellt der Forschungsnehmer fest, dass das Krankheitsmodell des Patienten (vorliegende Übereinstimmung Krankheitsmodell des Arztes mit der Einschätzung der Patienten) überragende Bedeutung für die Verlaufsentwicklung besitzt, so dass eine Analyse des Verlaufs in Abhängigkeit vom Krankheitsmodell vorgenommen wurde.

Von großer Bedeutung für den Krankheitsverlauf war die Art der Anbindung an das Fachkrankenhaus und die Häufigkeit der Patientenkontakte. Engere Anbindung (insbesondere stationäre Behandlung) und häufigere Kontakte hatten nach Darstellung des Projektnehmers deutliche höhere positive Effekte als Einmalkontakte. Nach den subjektiven Angaben der umweltmedizinischen Patienten des Fachkrankenhauses ging es nach 6 Monaten 11 % viel besser und 25 % etwas besser, nach 12 Monaten stiegen diese Anteil auf 19 % und 43 % an. Auch eine entsprechende Abnahme des Symptomscores konnte festgestellt werden.

Es wird diskutiert, inwieweit diese deutlichen Verbesserungen ggf. durch einen besseren Umgang der Patienten mit der Erkrankung erzielt wurden (im Gegensatz zu einem Heilungsprozess im engeren Sinne).

Fazit: Der Verlauf der Erkrankungen kann nur dann günstig beeinflusst werden, wenn alle Cofaktoren in der Therapie Berücksichtigung finden und mit dem Patienten eine Übereinkunft hinsichtlich des Krankheitsmodells gefunden wird, welches u.a. Reflexionen über die Genese der Erkrankung, den Einfluss der Comorbidität und Copingstrategien beinhaltet. Psychoedukation und andere beratungsintensive Maßnahmen wirken sich - unabhängig vom Krankheitsmodell des Patienten - günstig auf den Krankheitsverlauf aus.

In der Verlaufsuntersuchung wurde u.a. analysiert, in welchem Maße in der Zwischenzeit ärztliche Leistungen in Anspruch genommen wurden (Anzahl der Krankenhausübernachtungen, Anzahl der Wochen in Reha-Maßnahmen, Arztbesuchshäufigkeiten) und wie sich die Anzahl der Krankheitstage entwickelt hat. Insgesamt konnte eine Verringerung der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen oder eine Verbesserung der Berufstätigkeit der Patienten nicht beobachtet werden. Lediglich bei den nicht berufstätigen Patienten wurde eine deutliche Verringerung der Krankheitstage festgestellt.

 

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