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Entwicklung eines mehrstufigen Verfahrens der Risikokommunikation

(Laufzeit: 01.09.2001 – 31.12.2003)

Bislang war Risikokommunikation ein Beiwerk der Öffentlichkeitsarbeit. So effektiv die Öffentlichkeitsarbeit auch ausfällt, sie kann eine auf wissenschaftlicher Grundlage und auf Erkenntnissen der Kommunikationsforschung aufbauende Risikokommunikation nicht ersetzen.

Die derzeitige Kommunikationspraxis wird dem Bedürfnis nach sachgerechter, ausgewogener und urteilsunterstützender Kommunikation nicht gerecht. Dies wird insbesondere an der Problematik der uneinheitlichen Terminologie in Risikobewertung und Risikomanagement und in der Vermittlung von Risikovergleichen deutlich: Bei Themen wie die Wirkung von Schadstoffen in Luft, Wasser, Boden und Lebensmitteln, die Folgen einer Exposition ionisierender oder nicht-ionisierender Strahlen, die Auswirkungen von Chemikalien sowie die Konsequenzen von biologischen Risiken, z.B. akute Krankheitserreger, ist der Informationsstand und das Verständnis für die Regulierungsprozesse in der Bevölkerung unzureichend.

Eine Vielzahl von Behörden und staatlichen Institutionen beurteilen Risiken nach unterschiedlichen Maßstäben mit der Folge uneinheitlicher Grenzwertsetzungen und von einander abweichender Maßnahmenstrategien. Eine effektive Regulierung von Risiken wird so behindert und zudem verlieren behördliche Institutionen an Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit.

Durchführung

Die Entwicklung eines mehrstufigen Verfahrens der Risikokommunikation im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit (APUG) wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) konzipiert und an die Akademie für Technikabfolgenschätzung in Baden-Württemberg als Forschungsauftrag vergeben. Das Projekt wurde erfolgreich abgeschlossen.

Für die partizipative Risikokommunikation erfolgte

  1. die Entwicklung eines Leitbildes für die Risikokommunikation in den Bundesoberbehörden;
  2. die Umsetzung des Leitbildes durch Festlegung der Anforderungen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten am Beispiel der Chemikalienbewertung;
  3. der Aufbau und die Erprobung eines Trainings-Programms für Mitarbeiter von Behörden.

Grundlage für das Projekt waren die aufwändigen Vor- und Abstimmungsarbeiten zum OECD-Guidance Document on Risk Communikation for Chemical Risk Management (OECD Environment, Health and Safety Publications, Series on Risk Management No. 16).

Der Abschlussbericht gibt Hilfestellung bei der Aufstellung von Evaluationsprogrammen. Er richtet sich an die Leitung der Bundesoberbehörden bzw. an die Betroffenen in den jeweiligen Abteilungen.

Ergebnis

Im Projekt wird Risikokommunikation als ein offener Prozess des Abgleichs von Informationen und Argumentationen verstanden. Dabei geht es sowohl um die sachlich fundierte Aufklärung über den Stand der wissenschaftlichen Forschung, als auch um die Abstimmung mit den Agierenden untereinander und die Unterrichtung der betroffenen Bevölkerung. Der Bericht beschreibt vier typische Kommunikationsszenarien (Kommunikationen innerhalb von Behörden, Kommunikation zwischen Behörden, Kommunikation zwischen Behörden und externen Experten, Kommunikation zwischen Behörden und Interessengruppen sowie Kommunikation zwischen Behörden und der allgemeinen Öffentlichkeit).

Im Projekt wird ein Leitbild einer Risikokommunikation entwickelt, das die Anforderungen der verschiedenen Bundesbehörden und die Bedürfnisse der Adressierten der Kommunikation erfüllt. Darüber hinaus ist dieses Leitbild so umsetzbar, dass es für die Kommunikation zwischen Agierenden, z.B. aus den Bereichen Erzeuger, Verbraucher, Medienvertretende und Behördenmitarbeitende, angewendet werden kann. Dazu war eine Festlegung der Anforderungen und Aufgaben ebenso notwendig wie die Bereitstellung von Methoden.

Ergänzend dazu wurde ein Trainingsprogramm für Behördenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter erarbeitet. Das leitbildorientierte Trainingsprogramm soll die Benutzerinnen und Benutzer für die Notwendigkeit und Funktionen von Risikokommunikation sensibilisieren und die Bedeutung der Risikokommunikation für die behördliche Arbeit verdeutlichen.

Kontakt
Dr. Rolf F. Hertel
Bundesinstitut für Risikobewertung
r.hertel@bfr.bund.de

 

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