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Standardsetzung bei Höchstgehalten für Umweltkontaminanten in Lebensmitteln

(Laufzeit: 9.10.2003 – 30.9.2004)

Höchstgehalte für Umweltkontaminanten in Lebensmitteln werden in der Europäischen Union  durch EG-Verordnungen festgesetzt, die unmittelbar geltendes Recht sind. Daneben gelten für einzelne Kontaminanten bzw. Lebensmittel zusätzlich nationale Regelungen. Darüber hinaus leitet die Kodex Alimentarius Kommission Werte für Höchstgehalte ab, die von der Welthandelsorganisation (WTO) als internationales Bezugssystem für den Handel mit Lebensmitteln angesehen werden.

Das Forschungsvorhaben wurde aus dem Umweltforschungsplan des Bundesumweltministeriums gefördert. Es wurde als Kooperationsvorhaben zwischen dem Forschungs- und Beratungsinstitut Gefahrstoffe GmbH (FoBiG), Freiburg, Dr. Clauberg Consulting, Solingen, unter Beratung durch die Behörde für Wissenschaft und Gesundheit (BWG), Hamburg, durchgeführt und fachlich vom Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin, betreut.

Zielsetzung

Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurde geprüft

Darüber hinaus sollten Optionen für Verfahrensregeln zur Standardsetzung für die Festsetzung von Höchstgehalten für Umweltkontaminanten in Lebensmitteln aufgezeigt werden.

Umweltkontaminanten sind hier als Stoffe zu verstehen, die aus diffusen Quellen stammen und aufgrund ihrer Verbreitung in Lebensmitteln nachgewiesen werden können (z.B. Dioxine, PCB, Schwermetalle, Lösungsmittel).

Ergebnisse

Es wurden die Höchstgehalte für Umweltkontaminanten in Lebensmitteln

Nur für wenige Umweltkontaminanten existieren Höchstgehalte oder vergleichbare Werte (siehe Tabelle). Diese unterscheiden sich teilweise in ihrem Legalstatus, in ihrer Bezeichnung und in den Lebensmitteln bzw. Lebensmittelgruppen, für die sie erlassen wurden. In den Fällen, in denen für dieselbe Kontaminante im gleichen Lebensmittel Werte aus verschiedenen Verfahren  vorliegen (z.B. Höchstgehalte für Schwermetalle bei EU und CAK) und damit ein Vergleich möglich wird, sind die numerischen Werte weitgehend identisch.

Tabelle: Höchstgehalte nach Stoffen/Stoffgruppen und Ländern/Organisationen

Stoff(gruppe)

D (SHmV)

EU

CAK

USA

Action level

tolerance

Blei

 

ü

ü

   

Cadmium

 

ü

ü

   

Quecksilber/Methylquecksilber

ü a

ü

ü

ü

 

Dioxine und Furane (PCDD/F)

 

ü

     

Polychlorierte Biphenyle (PCB)

ü b

   

ü c, d

ü d

Tetrachlorethen

ü

       

Trichlorethen

ü

       

Trichlormethan

ü

       

Grau unterlegt: diese Werte sind im Gegensatz zu den übrigen Werten rechtlich nicht verbindlich

a: in Lungenschnecken und daraus hergestellten Produkten

b: Werte für sechs nicht dioxinähnliche, repräsentative  PCB-Kongenere

c: in rotem Fleisch

d: Werte für Gesamt-PCB

Höchstgehaltregelungen

Die wichtigsten Ergebnisse aus der Tabelle „Höchstgehalte nach Stoffen bzw. Stoffgruppen und Ländern bzw. Organisationen“ lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Eine unvollständige Erhebung zu nationalen Höchstgehalten in Ergänzung der Verordnung (EG) Nr. 466/2001 mit Höchstgehalten für Blei, Cadmium und Quecksilber sowie Dioxine und Furane in Lebensmitteln in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten hat ergeben, dass auch weiterhin Regelungs- und Harmonisierungsbedarf innerhalb der Europäischen Union besteht. In vielen Staaten existieren Höchstgehalte für nicht-dioxinähnliche PCB, für die eine einheitliche Regelung in der EU in Vorbereitung ist. Weitere Umweltkontaminanten wie z.B. Arsen sind nur vereinzelt, z.B. im Vereinigten Königreich (Wert aus dem Jahr 1959) geregelt.

Ableitung von Höchstgehalten

Im Zusammenhang mit der Expositionsabschätzung, einem wichtigen Schritt in der Wertfestlegung, wurden Vorschläge für die Erfassung von Daten zur Lebensmittelbelastung, zur Erfassung von Verzehrsdaten, zur Lebensmittelkategorisierung, für die Verfahren der Expositionsabschätzung sowie unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse bei Säuglingen und Kleinkindern unterbreitet.

Die Ableitung duldbarer Aufnahmemengen bildet die Basis für die Beurteilung der gesundheitlichen Unbedenklichkeit der Höchstgehalte in den betrachteten Verfahren. Es wurden Vorschläge zur regelmäßigen Aktualisierung, zur Ausweisung des Geltungsbereichs und zur Berücksichtigung von Kombinationswirkungen gemacht.

Es wird empfohlen, die bestehende Aufgabenteilung zwischen Risikoabschätzung und Risikomanagement beizubehalten. Weiterhin werden im Endbericht Verbesserungsmöglichkeiten im Informationsaustausch und in der Aufgabenabgrenzung aufgezeigt. So sollten für die Risikomanager die Konsequenzen einer Wertfestlegung auf einem bestimmten Belastungsniveau hinsichtlich der Ausschöpfung der duldbaren Aufnahmemengen aus den Ergebnissen der Risikoabschätzung ersichtlich sein.

Darüber hinaus wird eine Verbesserung der Transparenz der bestehenden Verfahren, insbesondere des Risikomanagementprozesses, gefordert. Dies kann vor allem durch eine entsprechende Dokumentation der Argumente für die Entscheidungsfindung geschehen. Es wurde vorgeschlagen, dass zukünftig jeweils für die Bereiche „Risikoabschätzung“ und „Risikomanagement“ die methodischen Prinzipien dokumentiert sowie in Stoffmonographien die spezifischen Argumente, die zur Festlegung einzelner Werte geführt haben, zusammengefasst werden.

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