Das Umweltbundesamt hat im Dezember 2002 den „Leitfaden
zur Vorbeugung, Untersuchung, Bewertung und Sanierung von Schimmelpilzwachstum
in Innenräumen“, auch „Schimmelpilz-Leitfaden“
genannt, herausgegeben. Der Schwerpunkt dieses ersten Leitfadens liegt bei
der Beschreibung möglicher gesundheitlicher Auswirkungen von Schimmelpilzen
und dem Vorgehen bei der Erfassung und Beurteilung von Schimmelpilzwachstum
in Innenräumen. Auf Sanierungsmaßnahmen geht der „Schimmelpilz-Leitfaden“
in allgemeiner Form ein. In der Praxis reichten diese Hinweise zu Sanierungsmaßnahmen
allerdings oft nicht aus, um eine einheitliche Vorgehensweise bei der Festlegung
des notwendigen Sanierungsumfangs in betroffenen Gebäuden zu erreichen.
Mit dem im September 2005 herausgegebenen „Leitfaden zur Ursachensuche und Sanierung bei Schimmelpilzwachstum in Innenräumen“, kurz „Schimmelpilzsanierungs-Leitfaden“, wird die bisherige Informationslücke geschlossen. In diesem zweiten Leitfaden werden die Ursachen für das Auftreten von Schimmelpilzbefall ausführlich dargestellt und mögliche Sanierungsmaßnahmen detailliert beschrieben.
In dem Kapitel über die Ursachen von Schimmelpilzwachstum sind unter anderem verschiedene Lüftungsmöglichkeiten berücksichtigt, denn: Richtiges Lüften spielt wegen zunehmender Gebäudeabdichtung als Folge konsequenter Wärmedämmung in den Wohnungen eine wichtige Rolle bei der Prävention von Schimmelpilzbefall. Lüften ist auch als Begleitmaßnahme bei vorgenommenen Sanierungen wichtig. Bei der Beschreibung der Maßnahmen zur Schimmelpilz-Beseitigung liegt besonderes Augenmerk auf den Schutzmaßnahmen für das Sanierungspersonal und die Wohnungsnutzerinnen und -nutzer.
Der Leitfaden richtet sich an Fachleute, die mit der Sanierung von Schimmelpilzbefall in Gebäuden befasst sind, sowie an Wohnungsunternehmen und örtliche Behörden. Interessierte Bürgerinnen und Bürger finden wertvolle Hinweise, wie durch richtiges Lüften und Heizen Schimmelpilzbefall vermieden werden kann. Sie erfahren, was sie selbst zur Beseitigung von Schimmelpilzen tun können und wann eine Fachfirma die Sanierung übernehmen sollte.
Kontakt
Umweltbundesamt, FG II 1.3
Dr. Heinz-Jörn Moriske