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Indikatoren für Umwelt und Gesundheit

Wie entwickelt sich die Luftqualität in unseren Städten, wie wirkt sie sich auf unsere Gesundheit aus? Fragestellungen wie diese sind wichtig, wenn Umwelteinflüsse auf die Gesundheit und Trends in der Umwelt- und Gesundheitssituation beurteilt werden sollen. Indikatoren ermöglichen, Daten zu gesundheitsrelevanten Umweltbelastungen und zur Gesundheitssituation zusammenzufassen, um sie verschiedenen Nutzerinnen und Nutzern zugänglich zu machen. Die Entwicklung eines Indikatorensystems soll langfristig zur Gestaltung einer effektiven Politik im Umwelt- und Gesundheitsschutz in ganz Europa beitragen.

Pilot-Projekt

(Laufzeit: 01.06.2002 – 31.12.2003)

Das internationale Pilot-Projekt „Environmental Health Indicators“ des Europäischen WHO-Zentrums für Umwelt und Gesundheit, Büro Bonn, untersuchte, welche Indikatoren zur Erfassung gesundheitsbezogener Umweltfaktoren geeignet sein könnten. Deutschland beteiligte sich neben weiteren 14 Mitgliedstaaten der WHO-Region Europa an dem Projekt. Aufgabe der deutschen Beteiligung war, den vom Europäischen WHO-Zentrum entwickelten Indikatorensatz (48 Indikatoren) im Hinblick auf seine Anwendbarkeit und Relevanz für die nationale und internationale Umwelt- und Gesundheitsberichterstattung zu prüfen.

Als Ergebnis wurde festgestellt, dass einige ausgewählte Indikatoren aus dem WHO-Indikatorensatz geeignet sind, in die deutsche Umwelt- und Gesundheitsberichterstattung integriert zu werden. Sie verbessern das Informationsangebot zu Umwelt und Gesundheit. Relevant sind besonders die Indikatoren aus den Themenbereichen Luftqualität, Trinkwasserqualität und Lärm. Die Indikatoren aus diesen drei Bereichen lassen sich für die Beschreibung gesundheitlicher Auswirkungen von Umweltbelastungen nutzen und sind grundsätzlich auch für eine Berichterstattung im nationalen Kontext geeignet.

Weitere Themen, bei denen der Indikatorenansatz untersucht wurde, sind: Verkehrsunfälle, Arbeitsplatz und Lebensmittelsicherheit, Wohnungen und Siedlungswesen, Chemikaliensicherheit, Wasser und sanitäre Verhältnisse, Abfall und kontaminierte Flächen. In diesen Themenfeldern erwiesen sich die WHO-Indikatoren als nur teilweise für die Zwecke des umweltbezogenen Gesundheitsschutzes in Deutschland nutzbar. Zum einen liefern sie für Deutschland keine für präventive oder gesundheitsfördernde Maßnahmen relevanten Informationen oder es fehlt der spezifische Gesundheitsbezug. Zum anderen sind bereits themenspezifische Datenbanken und Informationsangebote vorhanden, so dass eine Weiterverfolgung des Indikatorensatzes zu einer Doppelarbeit führen würde.

Der WHO-Indikatorensatz eignet sich laut WHO-Pilotprojekt vor allem für regionale und zwischenstaatliche Vergleiche. Hierbei müssen jedoch die teilweise sehr unterschiedlichen nationalen Datenerhebungsmethoden beachtet werden, die die Vergleichbarkeit der Daten mitunter erheblich einschränken. Der Indikatorensatz kann aber eine Grundlage bilden, auf der die Indikatoren und die administrative Struktur eines europäischen Informationssystems für Umwelt und Gesundheit weiterentwickelt werden können.

Für die weitere Entwicklung des WHO-Indikatorensatzes wurde empfohlen, einen Indikator aus dem Bereich des Human-Biomonitoring und einen spezifischen Indikator für das Auftreten von Tabakrauch in Innenräumen festzulegen und in den WHO-Indikatorensatz aufzunehmen.

Die Ergebnisse der Pilotphase wurden von den europäischen Umwelt- und Gesundheitsministerien auf ihrer Vierten Interministeriellen Konferenz in Budapest im Juni 2004 aufgenommen. Für den Folgeprozess verpflichteten sich die Ministerien, einen Rahmenplan für den Aufbau eines Informationssystems zu Umwelt und Gesundheit (EHIS) auszuarbeiten und bis 2007 über die Fortschritte beim Aufbau des Plans zu berichten.

Kontakt:
Umweltbundesamt, FG II 2.1
Dr. Hans-Guido Mücke

Robert Koch-Institut
Jürgen Thelen

Projektleitung:
Europäisches WHO-Zentrum für Umwelt und Gesundheit,            Büro Bonn
Dr. D. Dalbokova, Dr. M. Krzyzanowski

Folgeprojekt

(Laufzeit: 01.12.2003 – 30.11.2005)

Um eine Harmonisierung der Aktivitäten der WHO mit den Entwicklungen auf europäischer Ebene zu gewährleisten, wurde im Folgeprojekt unter dem Titel „Entwicklung von Indikatoren für Umwelt und Gesundheit für die umweltbezogene Gesundheitsberichterstattung und die gesundheitsbezogene Umweltberichterstattung“ die weitere Entwicklung und Definition von Indikatoren in Abstimmung mit den gegenwärtig in EU-Projekten bearbeiteten Indikatoren vollzogen. Hierzu zählen das Projekt „Development of Environment and Health Indicators for European Union Countries (ECOEHIS) und das Projekt „Implementing Environment and Health Information System in Europe (ENHIS)“, das auch um Fragestellungen mit Bezug auf die Zielgruppe „Kinder“ erweitert werden soll.

Ein wesentlicher Teil der Aufgaben des Forschungsprojekts bestand in der Verknüpfung und Vernetzung von nationalen und internationalen Projektaktivitäten. Der Schwerpunkt der fachlich-inhaltlichen Arbeit lag auf der Weiterentwicklung von bevölkerungsbezogenen Indikatoren für den umweltbezogenen Gesundheitsschutz und den gesundheitsbezogenen Umweltschutz unter Berücksichtigung der methodischen Grundlagen, die in internationalen Projekten entwickelt werden.

Hierzu wurden die Daten, die im Rahmen der Berichtspflichten der EU in den Bereichen Luftqualität und Umgebungslärm vorliegen, auf ihre Eignung für die Bildung bevölkerungsbezogener Indikatoren zur Belastung gegenüber gesundheitlich unerwünschten Stoffen in der Außenluft (z.B. Schwebstaub, Stickstoffoxide und Ozon) sowie zur Belastung mit Umgebungslärm geprüft. Das Projekt wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) vom Robert Koch-Institut (RKI) in Kooperation mit dem Europäischen WHO-Zentrum für Umwelt und Gesundheit, Büro Bonn, der Europäischen Umweltagentur (EEA), dem Generaldirektorat Öffentliche Gesundheit und Verbraucherschutz (DG SANCO) sowie dem Generaldirektorat für Umwelt (DG ENV) durchgeführt.

Die Indikatoren für Umwelt und Gesundheit sollen in die nationale und internationale Umwelt- und Gesundheitsberichterstattung einfließen. Ein Teil der entwickelten Indikatoren wird ab Mitte 2006 auf den Internetseiten des Generaldirektorats Öffentliche Gesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen Kommission (DG SANCO) präsentiert werden. Dieses im Rahmen des neuen EU-Portals für öffentliche Gesundheit geschaffene Informationsangebot kann dann schrittweise um weitere Indikatoren erweitert werden und in die Berichterstattung des UBA (u.a. Umweltdaten Deutschland online) und des RKI (u.a. Gesundheitsberichterstattung des Bundes) integriert werden.

Kontakt:
Robert Koch-Institut
Jürgen Thelen

 

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