Um
die umweltbedingten Erkrankungen in Europa zu verringern, hat die EU-Kommission
im Juni 2003 die europäische Strategie „SCALE“ für Umwelt
und Gesundheit vorgelegt.
Die Kommission unterstreicht damit ihre Absicht, sich stärker als bisher
im Bereich des gesundheitlichen Umweltschutzes zu engagieren. Das Anliegen
der Kommission wird von der Bundesregierung und vom Bundesrat begrüßt.
Ziel der Strategie ist es:
Die Strategie wurde als Initiative „SCALE“ konzipiert. Der Ansatz beinhaltet:
S: Science – Erarbeitung wissenschaftlicher
Erkenntnisse
C: Children – Schwerpunkt der Initiative
A: Awareness – Schaffung des Bewusstseins
für den Zusammenhang von Umwelt und Gesundheit
L: Legal Instruments – die im Vertrag
von Amsterdam und den Artikeln 152 und 174 enthaltenen Rechtsvorschriften
in dem Bereich Umwelt und Gesundheit sollen genutzt werden, um eine gesamtheitliche
Behandlung der umweltbedingten Gesundheitsprobleme zu ermöglichen
E: Evaluation – eine kontinuierliche
Evaluierung ist vorgesehen.
Zur Umsetzung der „SCALE-Strategie“ erarbeitet die europäische Kommission in Zusammenarbeit mit Sachverständigen und Interessevertretern (u.a. aus Deutschland) einen europäischer Aktionsplan 2004-2010, der auf der 4. Konferenz der Umwelt- und Gesundheitsminister der WHO-Region Europa im Juni 2004 in Budapest ) vorgestellt wurde.
Der Aktionsplan 2004-2010 soll sich mit folgenden Krankheitsbildern befassen:
Langfristig soll ein europäisches Biomonitoring für Kinder die Zusammenhänge zwischen Umweltfaktoren und gesundheitlichen Folgen aufklären helfen. In Deutschland liegen langjährige Erfahrungen in Biomonitoring, d.h. der Untersuchung der Belastung von biologischem Material wie Urin oder Blut mit Schadstoffen, vor. Die Kinder-Umwelt- und Gesundheitssurveys sind dafür beispielgebend.
Im Detail ist die Schaffung eines integrierten europäischen Überwachungs- und Reaktionssystems für Umwelt und Gesundheit vorgesehen. Ziel ist die Verknüpfung von Umwelt- und Gesundheitsdaten, um einen Überblick über die Belastung der Bevölkerung durch Umweltschadstoffe und ihre Auswirkungen zu bekommen. Hierzu gehören eine verbesserte Erfassung, Zugänglichkeit und Vergleichbarkeit von Daten sowie Vereinbarungen über den Datenaustausch.
Ebenfalls soll der Austausch von Informationen und Fachkenntnissen im Hinblick auf die Bewertung von verfügbaren Kenntnissen und Erfahrungen verbessert werden.
Die Beurteilung der Belastung des Menschen durch schädliche Stoffe soll zukünftig integriert betrachtet werden, um die Gesamtbelastung durch einen Stoff über verschiedene Eintragspfade beurteilen zu können. Dies kann zur Überprüfung von Grenzwerten und Normen sowie Schwellenwerten führen.
Zur Entwicklung einer Methode für die integrierte Umwelt- und Gesundheitsüberwachung sollen drei Pilotvorhaben durchgeführt werden zu den Themen Dioxine und PCB, Schwermetalle und hormonell wirksame Stoffe.