Menschen brauchen eine Umwelt, in der sie gesund leben können. Um dieses Ziel zu unterstützen, kooperieren mehrere Ministerien und Bundesoberbehörden im Rahmen des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit – kurz APUG. Es fördert Forschungsprojekte und Informationskampagnen im Bereich Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutz. Schwerpunkt des Programms sind Kinder und Jugendliche.
Das Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit (APUG) wurde der Öffentlichkeit 1999 vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vorgestellt. Seit 2002 wirkt auch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) mit. Die beteiligten Bundesoberbehörden sind das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das Robert Koch-Institut (RKI) und das Umweltbundesamt (UBA). Die Geschäftsstelle ist im Umweltbundesamt angesiedelt.
Das Aktionsprogramm vernetzt die Politikbereiche Umwelt-, Gesundheit- und Verbraucherschutz auf Ebene der beteiligten Ministerien und Bundesoberbehörden. Die Botschaft des Aktionsprogramms ist: Umwelt und Gesundheit gehören zusammen.
Die APUG-Botschaft lautet: Umwelt und Gesundheit gehören zusammen - Umweltschutz ist nachhaltige Gesundheitsvorsorge!
APUG enthält Strategien, Maßnahmen und Ziele für die umfassende Auseinandersetzung mit den gesundheitlichen Folgen von Umwelteinwirkungen auf den Menschen.
Im Mittelpunkt des Aktionsprogramms Umwelt und Gesundheit (APUG) stehen
Aufklärung:
Die Bevölkerung soll über umweltbedingte
Gesundheitsrisiken und gesunde Ernährungsweisen
verstärkt informiert werden.
Forschung:
Forschungsprojekte, z.B. zur Schadstoffbelastung und
–empfindlichkeit von Kindern und Jugendlichen
oder zur chemischen und biologischen Belastung von
Innenräumen sowie zu Lärm, Strahlung, Umweltmedizin,
beschäftigen sich mit umweltbedingten Gesundheitsrisiken,
um Kinder, Jugendliche und Erwachsene noch besser
vor Gesundheitsrisiken durch Umwelteinflüsse
zu schützen.
Kinder und Jugendliche:
Die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen soll vor
schädlichen Umwelteinflüssen geschützt
und der Einfluss vor Schadstoffen auf den kindlichen
Organismus untersucht werden. Denn Maßnahmen,
die Kinder schützen, kommen gleichzeitig dem
Schutz der gesamten Bevölkerung zu Gute. Damit
unterstützt das Aktionsprogramm eine Politik
der nachhaltigen
Entwicklung.
Die Forschungsprojekte sowie Informations- und Aufklärungsaktivitäten befassen sich insbesondere mit den Themen:
Schutz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vor schadstoffbedingten Gesundheitsrisiken
Durchführung von umfangreichen Surveys zur Ermittlung der umweltbedingten Belastungen von Kindern und Jugendlichen
Förderung einer gesundheits- und umweltbewussten Lebensweise durch die Ermittlung und Darstellung von Risiken z.B. im Wohnbereich sowie von Produkten, Ernährung oder Strahlung
Erarbeitung von Maßnahmenvorschlägen, Handlungsempfehlungen und Aufklärungsmaterialien zum Schutz vor umweltbedingten Gesundheitsrisiken sowie zur Information der Öffentlichkeit
Verbesserung der Risikobewertung und der Risikokommunikation
Erforschung umweltmedizinischer Zusammenhänge
Durchführung von Modellprojekten zu Umwelt und Gesundheit auf der lokalen Ebene
Die Finanzierung der Aktivitäten erfolgt aus Mitteln der beteiligten Bundesministerien und Bundesoberbehörden.
Das Aktionsprogramm Umwelt und Gesundheit ist eingebunden in den europäischen Prozess für Umwelt und Gesundheit.
„Jeder Mensch hat Anspruch auf eine Umwelt, die ein höchstmögliches Maß an Gesundheit und Wohlbefinden ermöglicht“, so haben es die europäischen Staaten in der „Europäischen Charta Umwelt und Gesundheit“ formuliert.
Die Charta wurde 1989 auf der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) initiierten Ersten Europäischen Konferenz Umwelt und Gesundheit in Frankfurt am Main verabschiedet. Fünf Jahre später wurde auf der Zweiten Europäischen Ministerkonferenz für Umwelt und Gesundheit in Helsinki beschlossen, dass jedes Land einen nationalen Aktionsplan für Umwelt und Gesundheit entwickeln soll. Diesen hat Deutschland auf der Dritten Konferenz für Umwelt und Gesundheit in London 1999 vorgelegt. Im Juni 2004 beschlossen auf der vierten Konferenz zu Umwelt und Gesundheit in Budapest die Gesundheits- und Umweltminister aus ganz Europa einen „Aktionsplan zur Verbesserung von Umwelt und Gesundheit der Kinder in der europäischen Region „.